Fliesen sind nur so gut wie das, worauf sie liegen. Ein großer Teil der Fliesenschäden — Hohlstellen, Risse, lose Platten, Feuchteschäden — geht auf einen mangelhaft vorbereiteten Untergrund zurück. Diese Vorarbeit ist unsichtbar, aber entscheidend. Hier zeigen wir, was dazugehört.
Schritt 1: Prüfen und beurteilen
Am Anfang steht die Beurteilung des Untergrunds: Ist er tragfähig und fest? Gibt es Risse, Hohlstellen oder lose Stellen? Wie eben ist er? Ist er trocken, oder steckt Restfeuchte drin? Bei Estrich wird gegebenenfalls die Restfeuchte gemessen, denn zu früh belegter Estrich führt später zu Schäden.
Erst wenn klar ist, was man vor sich hat, lässt sich der richtige Aufbau festlegen. Diese Diagnose ist der wichtigste und am meisten unterschätzte Schritt.
Schritt 2: Reinigen und grundieren
Der Untergrund muss sauber, staubfrei und fettfrei sein — auf Staub oder Trennmitteln haftet kein Kleber. Anschließend wird passend grundiert:
- Saugende Untergründe (z. B. Estrich) erhalten eine Tiefengrundierung, damit sie dem Kleber nicht zu schnell Wasser entziehen.
- Glatte, nicht saugende Untergründe (z. B. alte Fliesen) erhalten eine Haftbrücke.
Schritt 3: Ebnen und spachteln
Unebenheiten werden ausgeglichen — je nach Bedarf mit Ausgleichsmasse (Boden) oder durch Spachteln (Wand). Das ist besonders bei großen Formaten unverzichtbar, weil diese jede Delle als Höhenversatz zeigen.
Ein unebener Untergrund ist die häufigste Ursache für Hohlstellen und Überzähne bei großen Fliesen. Die Zeit fürs Ebnen spart man nicht ein, ohne das Ergebnis zu gefährden.
Schritt 4: Abdichten im Nassbereich
In Dusche, Bad und Nassbereichen kommt die Verbundabdichtung nach DIN 18534 hinzu — eine dichte Schicht unter der Fliese mit sorgfältig eingearbeiteten Dichtbändern an Ecken, Anschlüssen und Durchdringungen. Sie ist die eigentliche Barriere gegen Wasser; die Fliese ist nur die sichtbare Oberfläche. Ohne fachgerechte Abdichtung ist jeder Nassbereich ein späterer Schadensfall.