Der Fliesenbedarf ist schnell überschlagen — die Fallstricke liegen im Verschnitt und in der Reserve. Wer nur die reine Fläche bestellt, steht mitten im Projekt ohne Material da. Wer den Zuschlag richtig wählt, hat genug und muss nicht nachbestellen. So gehen Sie vor.
Schritt 1: Die Fläche ermitteln
Multiplizieren Sie Länge × Breite jeder zu fliesenden Fläche und addieren Sie alle Teilflächen. Bei Wänden rechnen Sie jede Wand einzeln. Große Aussparungen wie Türen oder Fenster können abgezogen werden, kleine besser nicht — sie liefern etwas Puffer.
Das Ergebnis ist die reine Nutzfläche in Quadratmetern. Sie ist die Basis, aber noch nicht die Bestellmenge.
Schritt 2: Verschnitt einplanen
Beim Zuschneiden an Rändern, Ecken und Ausschnitten fällt Verschnitt an. Wie viel, hängt vom Verlegemuster ab:
| Verlegung | Verschnitt-Zuschlag |
|---|---|
| Gerader Verband, große Fläche | ca. 5–7 % |
| Versatz / Halbverband | ca. 8–10 % |
| Diagonal | ca. 10–15 % |
| Fischgrät / aufwendige Muster | ca. 12–15 % |
Auch die Raumform spielt hinein: viele Ecken, Nischen und Schrägen erhöhen den Verschnitt.
Schritt 3: Reserve für später
Kalkulieren Sie zusätzlich rund 5 % Reserve ein und lagern Sie diese ein. Der Grund: Wird Jahre später eine Fliese beschädigt, ist die ursprüngliche Serie oft nicht mehr lieferbar — oder nur in einer anderen Charge mit leicht abweichendem Farbton.
Bestellen Sie alle Fliesen auf einmal und prüfen Sie, dass Chargennummer (Farbton) und Kaliber (Maßgruppe) identisch sind. Unterschiedliche Chargen können sichtbar abweichen.
In der Praxis: lieber wir rechnen
Diese Faustregeln geben eine gute Orientierung. In der Praxis kalkulieren wir den Bedarf beim Aufmaß präzise — inklusive Muster, Randanschlüssen und Reserve. So bestellen Sie genau die richtige Menge in einer Charge und vermeiden teure Nachlieferungen oder Restposten.