Ein Fliesenbelag ist starr, sein Untergrund und das umgebende Gebäude aber nicht — sie dehnen sich bei Wärme, schwinden, arbeiten. Damit diese Bewegungen den starren Belag nicht sprengen, braucht er Bewegungs- und Dehnungsfugen. Wer sie weglässt oder falsch setzt, riskiert Risse und abgesprengte Kanten.
Warum ein Belag Fugen zum Bewegen braucht
Temperaturwechsel, Estrichschwund und Gebäudebewegungen erzeugen ständig Spannungen. Eine starre, durchgehend verklebte Fliesenfläche kann diese nicht aufnehmen — irgendwo gibt sie nach, meist mit Rissen oder abgesprengten Fliesenkanten. Bewegungsfugen sind gezielte, elastische Trennstellen, die diese Bewegung kontrolliert aufnehmen.
Welche Fugen es gibt
- Randfugen (Anschlussfugen): elastische Fugen dort, wo der Belag an Wände, Türzargen und andere Bauteile stößt — meist mit dauerelastischem Silikon.
- Feldbegrenzungsfugen: unterteilen große Flächen in Felder, damit sich Spannungen nicht über die ganze Fläche aufbauen.
- Bauwerksfugen: vorhandene Dehnungsfugen des Gebäudes müssen im Belag übernommen werden — sie dürfen niemals überfliest werden.
Wo sie hingehören
Anschlussfugen laufen an allen Wandanschlüssen, in Innenecken und um aufgehende Bauteile. Feldbegrenzungsfugen teilen größere Flächen; im Außenbereich und bei Fußbodenheizung in kleinere Felder als innen. Eine bestehende Bauwerksfuge wird eins zu eins im Belag fortgeführt.
Elastische Fugen aus Silikon altern — sie werden hart, reißen oder verschimmeln. Sie sind Verschleißteile und gehören alle paar Jahre erneuert. Das ist normal und keine mangelhafte Ausführung.
Die typischen Fehler
Die häufigsten Fehler: Randfugen werden „sauber“ mit starrem Fugenmörtel statt elastisch ausgeführt, Bauwerksfugen werden überfliest, oder große Flächen bekommen keine Feldbegrenzung. Das Ergebnis zeigt sich nach dem ersten Sommer oder der ersten Heizperiode in Form von Rissen. Wir planen und setzen alle nötigen Bewegungsfugen fachgerecht.